H
ERZENSBEGEGNUNGEN

 
Einleitung
Dialoge
 1. Herzblut / Herzlicht
 2. Eine Berufung
Erzählungen
 1. Menscheln
 2. Eine Herzensentscheidung

Einleitung
 

Dialoge und Erzählungen aus wahren Begegnungen, auch welche aus dem nächtlichen Erleben, lassen hier alle Mitgeschöpfe - Menschen, Tiere, Steine, Blumen, Bäume, Engel, Geister, Elfen, Götter, einfach alle möglichen und unmöglichen Wesenheiten - zu Wort kommen. Wirklichkeit ist eine Möglichkeit. Der Traum ist eine Wirklichkeit. Er ist eine Dimension, in der mein Geist sehr aktiv unterwegs ist. In meinen Träumen erlebe ich die schönsten Reisen, außerordentlich interessante Begegnungen und mache tiefgreifende Lernerfahrungen. Wahrscheinlich geht es vielen Menschen so. Jedoch können die meisten Menschen sich am Tage nicht mehr an ihre nächtlichen Reisen und Erlebnisse erinnern. Ich kann die Träume, in denen das sogenannte Unbewusste meine verdrängten Erlebnisse zu verarbeiten und einzuordnen versucht, von jenen unterscheiden, in denen ich als zumindest ein Seelenanteil herumreise und andere Welten kennen lerne. Es ist immer zunächst ein geistiges Unternehmen, welches aus einem Wissensdurst heraus angefacht wird. In den Träumen ist alles möglich. Diese Weite, die der Mensch durch seine Träume zu spüren vermag, ist solch ein großer Reichtum seiner geistigen Welt. Es ist eine Welt des Bewusstseins, in der nichts unmöglich wird. Einfach nichts. Ist es Phantasie, Traum, Hirngespinst, was der Mensch für so unwirklich hält und als Unmöglichkeiten aus seiner Realität zu bannen sucht?
 

Was ist Realität? Was ist Wirklichkeit? Was ist Illusion? Was ist der Traum?

 

Dialoge
 

1. "Mein Herzblut" und "Dein Herzlicht" sind Teile eines Dialoges zwischen AL. und mir.

MEIN HERZBLUT

Dein Herz strahlt und leuchtet,
meines sticht und schreit vor Schmerzen,
Kannst du mir helfen?
Ich freue mich für dich, dass du überall, wo du
gehst und stehst, Herzen siehst...
Ich sehe sie auch, doch meine bluten alle,
ob große oder kleine. Selbst die aus Stein,

sie bluten wirklich alle.

Man meint es wäre alles gut, denn sie
bluten nicht öffentlich, eher heimlich,
still und leise in sich hinein.
So bin ich da seit 1000 Jahren, zu schützen
und zu heilen. Doch fällt es nicht immer
leicht, denn sie verstecken sich vor sich
selbst und die Mauer, die sie um sich
herum aufgebaut haben, ist hoch und
schwer durchdringlich. So breche ich dann ein,
egal wie stark die Trutzburg denn auch sei.

Entferne Stein für Stein, lass mich doch
bitte rein... Sauge alles Leid in mich
auf, trage es mit Würde und behaupte nicht,
es sei leicht. Hilfe tut immer Not!
So bin ich froh und dankbar für jedes Herz,
das sich erhebt aus sich selbst heraus,
denn des Leidesblut steht mir schon so lange
Zeit wahrlich bis zum Halse und der
Kraftaufwand ist unermesslich. Man würde
meinen, wie hart das Los doch treffen kann.

Zumal man nicht erkennt und in dem
Glauben lebt, es sei schon gut so wie es ist.
Wo der Mensch das Leid nicht sehen kann
und will, da kann er auch nicht helfen,
keinem anderen, erst recht nicht sich selbst.
So habe ich erkannt, dass in dem verborgen liegt,
was man nicht erwartet.

Die Bedeutung des Wortes Schmerz,
tief verborgen in seinem Leid,
schlägt auch hier ein Liebesherz!
Ich stehe mit dem Rücken an der Wand...
Willst du aufgeben?
Du kannst dem Menschen seinen Schmerz nicht nehmen,
du kannst ihn lehren ihn zu lieben, wenn er will...

AL.


DEIN HERZLICHT
Hoch sind die Mauern um das Herz herum,
undurchdringlich scheint der Schutzwall zu sein,
manchmal so dicht gebaut,
dass das tiefe Dunkel dem Lichte ewig verwehrt bleibt.

Verborgen und vergessen ist der Schatz
ganz verschüttet hinter der dicken Wand,
denn vor ihr spielt sich ab der Verteidigungswahn,
damit auch niemand das Herz je wieder verletzen kann.

Der Krieg vor der Mauer ist laut,
dass das Herz sich selbst kaum hören kann.
Das Leid ist so fein in seiner Art,
es wirkt über jede Wand hinweg, ganz egal wie hart.

Nehmen sollst Du dem Menschen nichts,
weder seinen Schmerz noch sein Leid.
nichten kannst Du jedoch die Illusion,
indem Du lebst einzig die Wahrheit.

Einsam ist das Herz,
ins Unermessliche reicht sein Schmerz.
Es hat kaum mehr Kräfte zum Schreien,
doch mit Deiner Liebe kann es sich befreien.

Das Feuer des Herzens fast erloschen,
durch das Blut, das Jahrtausende geflossen.
Ein kleiner Restfunke lässt sich noch erspüren,
Mit Deiner Liebe kannst Du ihn zum Leuchten zurückführen.

Du gibst. So frage ich Dich: Was ist Geben?
Du hilfst. So frage ich Dich: Was ist Hilfe?
Du nimmst an. So frage ich Dich: Was ist Friede?
Wenn nicht die unermessliche Liebe!


Unbewusst lebt der, der Schmerz und Leid nicht sieht.
Bewusst lebt der, der weint und seine Tränen liebt.
Einsam ist der, der das Herz nicht kennt.
All-ein ist der, der das erkennt.

Manchmal scheint es hart, das Los,
denn die Welt des Menschen ist herzlos.
Doch Liebe ist kompromisslos,
denn die wahre Liebe ist bedingungslos.

Entscheiden kannst Du, weil Du erkennst.
Noch leidest Du, weil Du dem Gegensatz von Gott und der Welt verfällst.
Auch gut und böse nennt der Mensch diese Kraft, die existiert.
Doch das Licht wirkt nicht, indem es das Dunkel verwehrt.

 

Es ist Dein Urwissen über die Liebe, welches Dich das Leid spüren lässt.
Es ist Dein Urwissen über den Frieden, welches Dich den Krieg sehen lässt.
Es ist die tiefe Sehnsucht Deiner Seele, die eine heile Welt kennt.

Es ist Deine Erinnerung an die Heimat, an Gott.

ilkNUR

 

 

2. EINE BERUFUNG
Frage
: „Was machst du beruflich?“

Antwort: „Ich habe keinen Beruf!“

Frage: Wie verdienst du dein Geld?

Antwort: Ich ver-diene kein Geld.
Frage: Ok, dann anders gefragt: Wie überlebst Du? Wie ist deine Existenz gesichert?

Antwort: In dem ich meine Berufung lebe.

Frage: Und was ist deine Berufung?

Antwort: Meine Berufung ist den Menschen das Herz zu bringen, sie an ihr Herz zu erinnern.

Frage: Wie sieht das in der Praxis aus? Wie bringst du Liebe in die Welt?

Antwort: Einfach indem ich bin. Ich brauche dafür nichts extra zu tun. Ich bin die Liebe, ich bin die Liebende. Alles, was ich anpacke und anfasse, will ich aus vollstem Herzen heraus tun. Und das tue ich, leben aus dem Herzen.

Frage: Und damit verdienst du dein Geld?

Antwort: Ich ver-diene kein Geld. Wenn überhaupt, dann bekomme ich Geld.

Frage: Du wirst also für dein liebendes Sein bezahlt?

Antwort: Ich werde auch nicht bezahlt für etwas. Ich werde belohnt.

Frage: Wer ist dein Arbeitgeber?
Antwort: Die Liebe höchstpersönlich.

 

 

Erzählungen

  

1. MENSCHELN

Über leblose und karge Landschaften hinweg flog ich, mystischer Geist, über ausgestorben scheinende Welten hinweg, über ausgetrocknete Flüsse und durch felsige grau-dunkelblaue Stimmungen. Nach einer Weile tauchte dort ein trockenes Pflänzchen am Rande der Schlucht unter mir auf. Ich flog weiter. Wieder einer Weile später tauchte hier ein winzig kleines Grüppchen von Einer Art Strauchpflanze auf. Alsbald wurde Wasser sichtbar. Ich flog hinweg, über all die Zustände hinweg, an die ich mich augenblicklich erinnerte, sobald ich sie auch nur eine Sekunde in meine Sichtweite bekam. So flog ich ohne Halt zu machen. Ich kam plötzlich in Zeiten und Stimmungen unbekannter Art an. Auf der einen Seite war die Stimmung so düster, alles windete und stürmte. Es blitzte und donnerte. Aus der Ferne hörte man es Krachen. Magnetartig zog es mich an einen Höhleneingang, an dem zwei menschenähnliche Wesen in einer Seelenruhe das Geschehen ja sogar lächelnd genossen. Das war es, was das Ganze für mich so geheimnisvoll machte und mich dort hinzog. Welch ein Kontrast! Unter Menschenvölkern war ich so etwas an Wahrnehmung/Bewusstsein noch nicht begegnet. Ich begab mich in ihre unmittelbare Nähe und stellte meine Fragen nacheinander lautlos. Sie hörten meine Gedanken problemlos und antworteten auch mit ihren Gedanken. Diese Form von lautlosem Dialog erlebte ich jedoch schon mal bei einem Menschenvolk. Das war noch nicht das geheimnisvolle der Stimmung. Es blitzte und donnerte. Es windete und bebte. Ich kenne kein anderes Menschenvolk, das solch eine Situation nicht katastrophenähnlich und bedrohlich empfindet und beängstigt sich davor zu schützen sucht. Ja, das war es, hre selige Ruhe und Gelassenheit mitten in so einem Witterungsgeschehen machte mir die bisher unbekannte Stimmung aus.

 Mich interessierte das Herz dieser (Menschen)Wesen. Hatten sie ein anderes Herz?

„Habt ihr keine Angst vor dem Tod“ fragte ich. „Was, wenn jetzt ein Blitz einen von euch beiden Treffen würde?“

„Na dann ist es so. Wir kennen das nicht anders: Der eine geht, der andere kommt. Wir haben für unsere Art verhältnismäßig viele Nachkommen, denn eine unserer Hauptbeschäftigungen ist Menscheln. Wir menscheln den ganzen Tag.“ – „Menscheln?“, dachte ich. Sie antwortete: „Dass, was die Vögel vögeln nennen, heißen wir menscheln.“ Und sie lachten wieder. Sie sagte „337 Blitze!“. Er sagte: „Einer ist dir beim Sprechen entgangen. Es waren 338 Blitze!“- „Nein, es ist Dir entgangen, dass ich endlich sprechen und gleichzeitig Blitze erzeugen kann.“

In diesem Moment traf tatsächlich ein Blitz auf ihn ein und verwandelte ihn in Asche. Sie sagte diesmal sehr laut und melodisch, beinahe singend in die Höhle hinein: „Dreihundertneununddreißig Blitze!“ Ein riesiger Gelächter donnerte aus der Höhle heraus, so als würden sich hunderte von diesen Wesen darin aufhalten. Wenige Sekunden später kam jemand aus der Höhle und begrüßte uns lächelnd. Er kümmerte sich um die Reste des Körpers, bevor er sich seinem nächsten Posten an den Höhleneingang stellte. Er kehrte den Höhleneingang ordentlich durch und hängte den goldenen Besen wieder in dem Eingangsbereich auf. Die Begegnung von ihr und ihm war auch von einer ganz eigentümlichen Stimmung gekleidet. Es war ein Tanz, ein Ineinander-wiegen. Ihre Erfüllung fühlte sich so an, als hätten sie ihr ganzes Leben lang nur auf diese eine Begegnung gewartet.

„3 Blitze“, sagte er, als ich aufbrechen wollte.

Ich bedanke mich herzlich für die Einsicht in ihre Welt, in ihre Gedanken. Plötzlich erinnerte ich mich wieder: Die Gedanken sind unsere Welt!

 

 

2. EINE HERZENSENTSCHEIDUNG

In dem einen winzig kleinen Augenblick treffen sich ihre Augen in der Ewigkeit. Beide befinden sich plötzlich in Gefühlen und Gedanken der Raum- und Zeitlosigkeit. Sie sind eins, als wären sie niemals getrennt gewesen. Sie kommunizieren auf der Seelenebene. Sie tauschen sich in einem Tanz miteinander aus, sie schweben ineinander. Die Stimmung beinhaltet ebenso sehr die Stimmung einer schon immer erwarteten und gerade erfüllten Sehnsucht der ewigen Freude. Ihr Tanz ist der Inbegriff des Miteinander-Verschmelzens, wodurch sie sich wie von selbst ganz neue Impulse geben und wobei sie sich mit Inspirationen bereichern.
Jede Begegnung fühlt sich nach einer endloseren Weite an. Sie stellen fest, dass die Weite nur endlos sein kann. Dass sie sich gerade in einer zeitlosen Dimension befinden, erfüllt sie beide mit elementaren Kräften. Zeit kann nur eine Staubkorneinheit in der Ewigkeit bedeuten. Alles, was bleibt, was von der Maßeinheit Zeit nicht berührt wird, ist unsterblich.

Wie mit einem Ruck wird ihr bewusst, dass sie sich nun in dieser Welt befindet, in welcher das menschliche Bewusstsein sich zumeist in Raum-Zeit zu bewegen vermag. Sie war mit einem Teil ihres Bewusstseins unterwegs und hatte etwas gelernt. Es fühlte sich so leicht und lichte an. Diese Welt dagegen trug so eine Schwere über sich. Ja, an einiges konnte sie sich wieder erinnern. Das Kontrastreiche beider Welten sorgt für eine Spannung oder Anspannung in ihrem Herzen.

Plötzlich fühlen sich die diesseitigen Begegnungen auch anders an. Das mag daran liegen, dass die Erinnerung an ihre letzte mystische Begegnung in der Formlosigkeit noch vollkommen präsent ist. Ihre Wahrnehmung der Formen verändert sich, was sich ab dem Moment zunehmend auf ihr ganzes Leben auswirken wird. Sie erkennt die Leere der Formen. Die Leere vieler gesprochener Worte lehrt sie das Schweigen. Sie schweigt und hört dabei viel mehr als sie je zu hören vermögend war.

Von einem Tag auf den anderen verstummt sie, jedoch willentlich. Glücksseligkeit erfüllt sie ohnegleichen. Ein Verlust würde das genannt werden von all den laut Redenden. Einen Mangel würden diejenigen feststellen, die so gerne Monologe führen. Doch sie fühlt sich glücklich in ihrem Sein, denn fern ist sie nun von jedem Schein. Jede Art von beschönigenden Worten ist gelöscht aus ihrem Bewusstsein. Es gibt für sie von einer Sekunde auf die andere, nur noch Gedanken und die ihnen folgenden Taten. Worte waren nur Brücken, stellt sie fest. Nun bedient sie sich ausschließlich einer Sprache: Der Sprache ihres Herzens. Darüber kommuniziert sie, wortlos und tonlos. Ganz und gar unverfälscht, so wie es ist. Raumlos sind die Bilder aus der Ewigkeit, zeitlos ist ihr Geist.